Hier möchte ich dir ein paar Worte sagen, die für dich entscheidungserheblich sein können und die mir sehr am Herzen liegen. Bitte lies sie in Ruhe und mach dir deine eigenen Gedanken dazu.
Im Sommer 1986 ergab sich der erste Kontakt meiner Fliege mit einem Fisch im tropischen Salwasser. Es war ein Tarpon, der mich nach wenigen Sekunden sowohl mit dem Fieber des Salzwasserfischens infiziert, als sich auch von mir verabschiedet hatte. In den folgenden Jahren fischte ich in Florida, den Cayman Islands, Mexiko, den Bahamas... bis ich 1992 eine erste begleitete Reise zum Fliegenfischen auf Bonefish und Konsorten organisierte. Seither bin ich sowohl mit unseren Angelreiseteilnehmern, als auch allein und mit Freunden an verschiedensten Destinationen unterwegs. Karibik, Mittelamerika, Australien und "sonstwo". Ich unterstützte meinen Kumpel John Pinto und den Inselpfarrer Newton Williamson beim Aufbau der allerersten Fliegenfischerlodge auf Acklins Island in den Bahamas, der "Grey's Point Bonefish Lodge". 1997 machte ich mit ein paar abenteuerhungrigen Jungs die erste Erkundungstour auf den Malediven, wo wir GTs mit der Fliege fingen, ohne überhaupt zu wissen, was das für eine Fischart war. Irgendein Jack, allerdings ein verdammt harter Bursche. Damals war der Giant Trevally in der internationalen Fliegenfischerszene so gut wie unbekannt und hatte noch keinerlei Stellenwert. Bis zum Jahr 2022 organisierte und begleitete ich, neben unseren anderen Angelreisen, alljährlich mehrere Live-Aboard Touren zum Fliegen- und Spinnfischen entlang aller 1.197 Inseln vom nördlichsten bis zum südlichsten Malediven-Atoll. Zwischendurch riefen meine Freunde Stefan Schuller, Peter Wahl und ich das deutschsprachige Angelreisemagazin "Global Game Angler" ins Leben, das war 2008.
Ich erzähle dir das nicht, um anzugeben (vielleicht ein bisschen), sondern ich möchte dir einen Eindruck davon geben, auf welchem Erfahrungsschatz alle WILDFINS Angelreisen fußen. Damit du weißt, warum du uns dein Vertrauen schenken kannst.
Wir haben an die von uns organisierten Angelreisen einen ganz bestimmten Eigenanspruch. Sie sollen unseren Reiseteilnehmern genau das bieten, was auch wir selbst uns auf unseren eigenen Angeltouren wünschen. Wir wollen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Nicht irgendwo herumexperimentieren ohne vorher zu wissen, wann überhaupt die vielversprechendsten Wochen in den vielversprechendsten Monaten sind. Wir wollen nicht auf Gutdünken in Reviere, die vielleicht super, vielleicht mittelmäßig, vielleicht aber auch ein totaler Fehlgriff sind. Wir treffen keine Wahl auf Basis von Hörensagen oder den Erzählungen von Overnight-Experts. Auf mittelmäßige, oder gar unerfahrene Guides können wir verzichten. Das Gesamtpaket von Fischerei, Betreuung und Unterkunft soll gut, stimmig und mit einem passenden Preisschild ausgezeichnet sein. Wenn das nicht realisierbar ist, verdient eine Angelreise nicht unser "WILDINS-Prädikat".
Lass mich dir zum besseren Verständnis ein Beispiel geben. Wie schon zuvor gesagt, haben wir insgesamt 23 Jahre lang unsere Malediventouren gemacht. Nein, falsch. Es waren nur 22 Jahre, denn ein Jahr haben wir ausgesetzt, weil im Jahr zuvor das El Niño Klimaphänomen die Wassertemperaturen, selbst in über 30 Metern Tiefe, auf mehr als 30 Grad Celsius aufheizte und eine Korallenbleiche verursachte. Also war es selbstverständlich, bis zur Normalisierung der Bedingungen zu warten, statt unsere Gäste wissentlich an eine schlechte Fischerei zu bringen. Dann, über die Corona-Zeit, konnte der Eigner des von uns in den letzten Jahren gecharterten Mutterschiffes seinen Betrieb nicht aufrechterhalten und hat es bis heute aus den so verursachten finanziellen Gründen nicht mehr in Betrieb nehmen können. Das vom Eigner Edwin, einem passionierten GT-Angler, speziell für das schwere Spinnfischen auf Trevally und Co. konstruierte Schiff und die tollen Beiboote standen, und stehen uns deshalb bis heute nicht mehr zur Verfügung. Die beste Crew und der beste Captain, die wir jemals auf den Malediven hatten, sind in alle Winde zerstreut. Und wir haben unseren zuverlässigen Geschäftspartner Edwin nicht mehr, der als Singapurer eine ganz andere Geschäftsehre hat, als alle Malediver, mit denen wir es zuvor zu tun hatten. Aus genau diesen Gründen können und wollen wir unseren Gästen keine Malediven-Touren mehr anbieten, die unserem Selbstanspruch nicht genügen. Und in irgendeinem Hotel oder Guesthouse zu wohnen, in dessen Radius nur ein Bruchteil der von uns früher befischten Angelstellen zu erreichen ist, oder mit einer typisch maledivischen "Safari-Yacht" mit Wurf- und Drillhindernissen auf Deck, Bordwand und Reling herumzuschippern, mit Guides zu arbeiten, die keine Ahnung vom Fliegenfischen haben, ja zum Teil noch nicht einmal die guten Stellen an den Riffen und erst recht nicht auf den Flats kennen, von deren fehlendem Verständnis für den Sinn unserer gezeiten-, wind- und sonnenorientierten Tagesplanung mal ganz zu schweigen... das kommt für uns nicht in Frage. Deshalb organisieren wir seit 2022 keine Malediventouren mehr.
Gut, nach all dem Eigenlob und den etwas wehmütigen Worten muss ich natürlich eingestehen, dass es auch auf unseren Angelreisen ein Potenzial für gelegentliche Suboptimalitäten gibt. Es sind nun mal zumeist echte Abenteuerreisen. Aber bisher waren das eher Ausnahmesituationen, die wir immer meistern konnten. Und das soll auch so bleiben.
Natürlich besuchen viele Angler eine neue, besondere Destination mit jeder Menge Träumen, Wünschen, Hoffnungen und Erwartungen im Reisegepäck. Diese werden von Artikeln in Zeitschriften, Fotos im Internet und von der Werbung der Reiseveranstalter beeinflusst. Das ist völlig normal. Ich wünsche mir allerdings, dass unsere Angler nicht mit unrealistischen und überzogenen Erwartungen kommen. Bitte melde dich bei mir und lass uns über Erwartungen und Realitäten sprechen. So kann ich dich darauf vorbereiten, was auf dich wartet. Das gilt nicht nur für die Fischerei, sondern auf für Unterkunft, Verpflegung, ortsspezifische Besonderheiten und vieles mehr. Ich möchte, dass du am Ende unserer Tour möglichst glücklich und zufrieden die Heimreise antrittst, statt enttäuscht dem "rausgeschmissenen Geld" nachzutrauern.
Du kannst von uns erwarten, dass wir dich vor und während der Reise über alle erheblichen Dinge informieren. Neben den angelspezifischen Themen gibt es noch einiges mehr, das du wissen solltest. Am Ankunftstag findet deshalb in gemütlicher Runde ein Briefing statt, bei dem ich unseren Reiseteilnehmern erkläre, was für sie in den nächsten Tagen wichtig sein wird. Tagesabläufe und Routinen, Umgang miteinander, Kommunikation mit dem Personal und den Guides, Geräte-Check, Sicherheitstipps beispielsweise zum Waten, Fischen in der Brandung, Verhalten bei und vermeiden von Begegnungen mit Stachelrochen, Haien, Krokodilen - ja sowas gibt es manchmal auch. Und natürlich beantworte ich alle eure Fragen. Täglich wird über Erfolge und Misserfolge resümiert und ich gebe euch Ideen, wie man das eine oder andere vielleicht besser machen kann. Knoten, Köderführung etc., und falls es mit dem Werfen nicht so richtig klappt, bekommst du gerne einen flotten Wurfkurs.
Speziell auf Gruppenreisen treffen ganz verschiedene Charaktere aufeinander. Menschen, die sich oft zum ersten mal begegnen. Alle unsere Teilnehmer haben das Recht auf einen harmonischen, kameradschaftlichen Urlaub im Kreise Gleichgesinnter. Ich betone ALLE Reiseteilnehmer. Da ist kein Platz für Egoisten, die immer in der Pole-Position sein wollen. Immer als erster am Fisch, immer mit dem besten Guide, immer an der vermeintlich besten Angelstelle, immer die eine oder andere Extrawurst, wütende Beschwerden über eine Kakerlake im Dschungelcamp oder einen Stromausfall am Arsch der Welt. Kompromissbereitschaft, freundschaftlicher Umgang miteinander und Verständnis für die Besonderheiten einer Abenteuertour sind die Stichworte. Wir feiern gemeinsam den tollen Fang eines Angelkollegen genau so ab, als wäre es unser eigener. Wir helfen uns gegenseitig und wir geben aufeinander Acht, wenn Vorsicht geboten ist, beispielsweise bei etwas wilderen Aktionen in der Brandung oder einer Klettertour in unwegsamem Gelände. Viele unserer Teilnehmer haben sich erst auf der Tour kennengelernt und Freundschaften geschlossen, die sie bis heute pflegen. Das ist toll und genau so soll es bei uns sein. Das erwarten wir von unseren Teilnehmern.
Nimm es mir deshalb bitte nicht übel, wenn ich hier ganz klar sage: Wer nicht mit dieser Philosophie klar kommt, sollte an keiner WILDFINS-Reise teilnehmen.
In diesem Sinne
Tight lines und
may the Sun and the Wind always be at your Back